Ich weiss jetzt nicht, ob ihr es schon wisst, dass ich einen Kurs bei einem lokalen Kohle-Künstler besucht habe. Michael Wann. Der letzte der 6 Abende war letzte Woche, zwei Tage nachdem sich der Halbbruder von Michael für den Freitot durch den Strick entschieden hat... Trotzdem hat Michael den Kurs durchgeführt, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ach, und dass ihr mir glaubt, dass ich da war, hier noch zwei Bilder... Was ich für mich gelernt habe: Mit Kohle malen statt zeichnen...
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| 5. Abend: Eine Waldstrasse in der Nähe von Sligo.... |
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| 6. Abend: W.B. Yeats in seinen jungen Jahren |
5. November - Etwas inspiriert von der Maskerade, die hier jährlich an Halloween stattfindet und mehr mit dem festländischen Fasnacht zu vergleichen ist, habe ich dieses kleine Gedicht verfasst, von dem ich glaube, dass sich so mancher oder manche wiederkennt...
Ich als mich:
Heute hab ich mich als mich verkleidet,
keiner hat's gemerkt,
wie immer.
Ich war fast ganz Ich,
glaub ich;
woher sollt ich's auch wissen,
wie auch
ich spiel die Rolle ja jeden Tag,
dass sogar ich's selber glaub,
ich bin mich.
6. Oktober - Yeats wusste was es mit der Quelle der Kreativität auf sich hatte, hier in Sligo-Umgebung. (Ich sage bewusst Umgebung, da Sligo selber nicht wirklich ... ach lassen wir das das) Also, sowas kommt dabei heraus, wenn man sich auf die Landschaft einlässt:
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| Ein kleines Gedicht von mir, passend zur Irischen Landschaft: "Zeitloser Raum" |
22. September - Um den Geist nicht ganz zu vernachlässigen, widme ich mich in diesem Post den geistigen Ergüssen und intellektuellen Freuden des heutigen Lebens, fernab des Studiums. Beginnen wir mit dem "The Model", eine Art Treffpunkt für Kultur und Kunst, ein Gebäude zwischen Museum und Cafeteria. Hier wo ich donnerstags meine Zeichenkurse absolviere, hier war am Freitag eine "Culture Night"mit freiem Eintritt. In verschiedenen Räumen des modernen Museum waren verschiedene Musiker, die teilweise frei improvisierend die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Der kollektive Raum-Wechsel glich einer Prozession, angeführt von dem Künstler, der unbeirrt seiner eigenen Harmonie weiter folgte. So kamen wir quasi durch das ganze Kunst-Gebäude, mit seinen freizügig eingerichteten Räumlichkeiten, die den Alltag allein schon durch die durch Wellblech tapezierten Decken zu kontrastieren vermochte. Die Musiker gaben mit Effekktgeräte verzerrte Stimmakrobatiken von sich, verwendeten herkömmliche Instrumente wie Ziehharmonika oder Gitarre oder eine Mischung aus iPod mit irischen Stimmharmonien. Es war nicht der Harmonien wegen, dass man sich diese 80 minütige Veranstaltung zu Gemüte führte. Auch nicht des Inhaltes wegen, den zu verstehen wir aufgrund des vorherrschenden Gälisch gar nicht in der Lage waren. Es war vielmehr der Unterbruch der Zeit, die Contemporary Art (zeitgenössische Kunst) erlebbar macht. Es ist die Unterbrechung der Zeit im Alltag durch die Vergegenwärtigung der Andersheit. Menschen fürchten eigentlich "das Andere". Aber genau hier, wenn mit bekannten, nahezu alltäglichen Objekten, anders umgegangen wird, tritt das Xenophobe in den Hintergrund und es bleibt die Herausforderung des Intellekts. Der Vergleich mit einer Kirche kam mir in den Sinn: Nachdem man im Zuge der Aufklärung Gott aus unserem Leben wegrationalisiert hat, blieb den Menschen nur die nackte Wirklichkeit, die eben durch den Fortschritt der aufgeklärten Wissenschaften als solche technisch nahezu perfekt nachgebildet werden konnte. Die Kunst konnte somit weder das Wahre, das Schöne noch das Gute darstellen, ohne dabei sich nicht auf Gott oder seine Schöpfung beziehen zu müssen, oder selber durch den Fortschritt überflüssig zu sein. Und dieses profan-sakrale Gefühl von der Darbietung wurde untermauert, als ich in die Runde blickte und eine Frau in Ermanglung von Sitzplätzen vor dem Künstler kniete... Es blieb das Andere. Anders sein. Dadurch den Geist ansprechen. Kunst zielt also nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Zustand, den die Zeit der Darbietung für den Intellekt bietet. Es ist nicht das Sinnhafte oder das Sinnvolle, im Gegenteil, es ist genau das nicht Sinn Stiftende, das sich von jeder Handlung im Alltag abhebt und so den Mensch daran zu erinnern vermag, dass er mehr könnte, als vegetieren. So darf man also bei der Betrachtung der folgenden Bilder nicht nach dem Sinn fragen.
Gegipfelt hat der ganze Abend in einem fulminanten Abschluss einer Zusammenwirkung aller Künstler mit einem jungen Mann, der sich entsprechend der Musik mit Kohlestiften an einer weissen Wand verwirklicht hat.
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| Die Kerzen unterstützen die sakrale Wirkung |
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| Das war eine Jam-Session mit Noten |
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| So entsteht Kunst |





















































