27. November: Verkehrter Verkehr
Öfters schon habe ich erwähnt, dass hier in Irland manches anders läuft als in der lieben Schweiz. Aber diese zwei Autosimulator-Automaten im Kino-Entrée haben mich schon noch beeindruckt... früh übt sich also:
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| Wer selber schon mal mit dem Auto gefahren ist, weiss was ich meine :-) |
19. November: Die Iren und der Alkohol
Ein Sprichwort sagt: Gott hat den Alkohol erfinden lassen, damit die Iren nicht die Welt regieren... tatsächlich scheint die Bewusstseinsveränderung mit Hilfe von Volumenprozenten doch häufiger aufzutreten als in der Schweiz. Wer mir nicht glaubt und denkt, glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast, dann der Beweis: Auf der Rückseite einer 0,5 Liter Cider-Dose - die ich natürlich nur aus wissenschaftlicher Neugier gekauft habe - (Cider ist ein vergorener Apfelsaft mit in diesem Fall 6% Vol) steht weiss auf schwarz: Das Gesundheitsamt empfiehlt den Konsum von 3-4 Dosen für Männer und 2-3 Dosen für Frauen pro Tag nicht zu überschreiten... Hmmm... also wenn ich 2 Liter eines 6%igen Gesöffs täglich zu mir führe, dann lebe ich nach wie vor gesund und bin kein Alkoholiker... Na ja, ob ein Land Probleme mit Alkohol hat, ist wirklich eine Frage der Grenzwerte... aber eins ist klar: Irland hat kein Problem mit Alkohol, sondern höchstwahrscheinlich ohne :-)
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| Cider... bevorzugtes Frauengetränk... |
15. November: Zeit ist relativ...
...zumindest sicherlich hier in Irland. Ich dachte, dass das, was ich hier in meiner WG vorgefunden habe eine Ausnahmeerscheinung ist, aber ich wurde im College eines anderen belehrt. Duschen aus dem Automaten ist in Irland so üblich, weil die Iren keine Ölheizung haben, ausser im Winter. Darum haben sie zum Abwaschen und Duschen eigen kreative Lösungen gefunden! Dieser hier abgebildete Duschautomat erhält normales Wasser und versucht es in der gewünschten Zeit zu erhitzen... das mit dem Erhitzen klappt sehr gut, das mit der Zeit nicht. Wenn man duschen geht, dann braucht es im Vergleich zu Schweizer Duschen ca. 38 Mal solange (gefühlt), bis der ganze Körper mit Wasser benetzt ist und das ohne die Berücksichtigung, dass ich an Körpervolumen verloren habe, aufgrund der sportlichen Aktivitäten hier in Irland. Der Wasserstrom aus der Dusch erinnert mehr an 3 zusammengeklebte Pipetten, die man nur mit einem Finger drückt.... na ja, man kann halt nicht alles haben, ich bin froh, haben wir überhaupt fliessend Wasser in angenehmer Temperatur!

11. November: Briefkasten
Jeder weiss es, Brief heisst Letter auf englisch. Warum die Iren das mit "i" schreiben, weiss ich echt nicht. Na, macht nix, die haben da viele so runde Briefkästen rumstehen. Ich frage mich einfach, warum mir niemand auf meine vielen Briefe und Postkarten antwortet, die ich bis jetzt geschrieben habe...:
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| Das lernt man doch in der Schule: Letter schreibt man mit "e" und nicht mit "i" |
8. November: Schlangestehen
Gestern, ich beim Bankomaten, Geld abheben. Drei Meter rechts von mir, ein zweiter Bankomat, leer. Drei Iren kommen, stellen sich hinter mich, brav in eine Reihe. Rechter Bakomat immer noch leer. Ungefähr so läuft das immer wieder, der Ire steht echt gerne Schlange, ich glaube sogar, dass Zwei von den Dreien hinter mir gar kein Geld abheben wollten, sondern, als sie die Schlange hinter dem Bankomaten erblickten, stellten sie sich auch einfach an. Das gehört zur irischen Anständigkeit, dass man sich hinten anstellt... auch wenn man gar nichts will und auch wenn es gleich nebenan einen freien Bankomaten gibt... Und das Beste: Als ich mich umgedreht hatte und die Schlange hinter mir erblickte, ging mir all das durch den Kopf, dabei muss ich wohl verdattert ausgesehen haben, weil wie aus der Pistole geschossen einer der brav Wartenden zu mir sagt: "Sorry"...
Na ja, man lernt nie aus...
25. Oktober: Pommes und...
Also, ich habe ja gehört, dass die Iren ihre Kartoffeln lieben. Ich dachte damals noch, na ja, auch der Schweizer hat oft Kartoffeln in verschiedenen Variationen... das dachte ich noch unlängst. Aber da wusste ich noch nicht, dass die Iren eigentlich alles mit Pommes essen, also wirklich alles! Chips (Pommes auf Irisch) gibt es zu allem was man sich vorstellen kann, aber nicht vorstellen will! Chinesisch Poulet süss-sauer mit Reis? Ohne Chips geht das nicht! Spaghetti Carbonara? Nur mit Chips! Aber am Besten sind pure Irische Pommes mit Currysauce (ja, auf den Pommes) mit Parmesan drüber... damit mir irgendjemand Glauben schenkt, hier die Bilder:
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| Aus der College Kantine, Pasta mit Pommes |
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| Auch aus der College Kantine, Polenta mit zerdrückten Pommes |
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| Irisches Frühstück, mit Pommes... |
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| Weiss nicht mehr was es war... |
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| Da gehören Pommes hin :-) |
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| Das war ... auf alles Fälle mit Pommes |
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| Man beachte die Sauce auf den Pommes |
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| Hier nochmals in gross, es gehört Currysauce auf die Pommes! |
18. Oktober: Das Ding mit dem Sorry..
Also ich muss mich entschuldigen dass ich das jetzt schreibe... so oder so ähnlich würden meine Blogs aussehen, wenn ich ein echter Ire wäre... die Iren entschuldigen sich echt für alles! Also so ziemlich genau das Gegenteil von einem Klischee-Stadt-Zürcher-Muffel, der seine Existenzberechtigung mit der Selbstverständlickeit seiner Dominanz gleichsetzt. Einige Beispiele: Der Ire, der dir die Türe aufhält entschuldigt sich bei dir, weil du einen schnelleren Schritt machen musstest, weil er sonst zu lange hätte die Türe aufhalten müssen. Oder auf der Strasse entschuldigt sich der grün-Insulaner dafür, dass du um 16,324 Zentimeter (halber Fuss oder so) deine geplante Route verlassen musstest, damit du nicht den eh schon am Rand Laufenden niedergemäht hättest... Aber mein absoluter Favorit, Achtung: (Ich bitte jetzt alle fleissigen Studenten und Schüler hier das Lesen zu beenden, das gilt vor allem für meine Kinder!!!) Heute im Strickunterricht (eigentlich Textile Studies) bei einer ellenlangen theoretischen Erklärung über den tiefen Zusammenhang der Farbwahl der Fäden und den damit verbundenen Risiko nicht die richtige kontrastierende Wirkung auf.... und da plötzlich, bin ich eingeschlafen! Völlig unerwartet. Die Dozentin hat mich auf nette Weise nach meinen Zweisekundenschlaf lächelnd geweckt. Als ich dann als schon fast assimilierter Ire meinen Gang nach Kanossa antrat, sprich mich bei der Dozentin entschuldigen wollte, da stiess ich auf keine Mauer, nein, auf einen Spiegel! Die Dozentin hat meine Entschuldigung nicht angenommen, sondern sich vollen Ernstes bei mir entschuldigt, dass sie einen so langweiligen Unterricht gehalten hat! Sie versprach mir dann auch, dass der nächste Textile-Design Unterricht spannender wird. Da musste ich wohl die Entschuldigung annehmen... *auchsolchedozenteninderschweizhabenwill
16. Oktober: Die Zeit ist relativ, das wissen wir seit ein Stein auf den anderen fiel. Hier in Irland fallen tatsächlich viele Steine aufeinander (siehe Blog mit Cliffs of Moher) und Zeit scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen, sicherlich dann wenn es um Pünktlichkeit geht. Aber, genauso wie ein Guiness Zeit braucht, damit es seinen Stickstoff verliert und so an Geschmack gewinnt, so braucht es auch für die Sprache Zeit, denn Entschleunigung ist Fortschritt. Hier das Beispiel: "WC Herren" heisst auf Irisch: "Leithreas na bhFear"... da fühle ich mich echt nicht angesprochen...
10. Oktober: Ja, als deutsch-sprechender Ausländer sollte man nicht versuchen alles zu übersetzen, was einem an englischer Sprache begegnet, denn dann macht es keinen Sinn. Also in dem Land, in dem ja die Irish-Pubs erfunden wurden, also Irland, machen die Pubs ja Werbung für Live-Fernsehen... wenn man aber so nichtsahnend, diesen Aspekt vergessend am Pub vorbeilauft und "Live here" liest, übersetzt man es mit der Aufforderung: "Lebe hier!" Macht auf den ersten Blick keinen Sinn aber wenn ich drüber nachdenke, glaube ich schon, das es einige Iren gibt, die am liebsten in Pubs leben würden, oder dies schon sogar tun...
26. September: Wer schon in Irland war, weiss was der 26. September für ein Tag ist: Arthur's Day! Die lange Tradition des Arthur's Day (sie ist jetzt schon sieben Jahre alt) geht zurück auf den vermeintlichen Geburtstag von Arthur Guiness, der ja seinerseits das Guiness erfunden und vermarktet hat. Dieser frei von kommerziellen Interessen stehende Event dient der irischen Bevölkerung sich zu besinnen auf die vielen Pints, die konsumiert wurden, ohne des Erfinders zu gedenken. So ist der Trinkspruch in den Pubs: "To Arthur" und die Pubs schenken nur Guiness und evtl. noch ein anderes Bier aus, alle anderen Zapfhähne werden mit einem schwarzen Sack verdeckt... (siehe Bild). Und weil jeder weiss, dass man 14 bis 18 Guiness trinken muss (Aussage von echten Iren), bis einem das Zeug schmeckt, gilt am Arthur's Day: Ein Pint Guiness kostet nur 3 Euro statt 4 Euro... da kann ich nur eines sagen: "To Arthur!"
18. September: Um das Wesen der Iren besser verstehen zu können, habe ich heute die Unterrichtsstunden, die zum Einschlafen motiviert haben benutzt um dem Irischen Verkehr auf den Grund zu gehen: Wie jeder weiss, fahren die Iren auf der falschen Seite, also links. Darum habe ich jetzt angefangen mit links zu Schreiben, damit ich etwas näher an den Sinn der anderen Seite komme... ehrlich gesagt: da gibt es keinen Sinn....
15. September: Nach 2 Woche Irland stelle ich eine Hypothese auf, die zu verifizieren meine Aufgabe sein wird, innert der nächsten 3 Monate: "Irland ist die entschleunigte Hektik der Gegenwart." Das heisst, alles geht hier schneller, wenn man sich dafür Zeit nimmt. Zu den empirischen Beweisen:
Beispiel 1: Guiness: Das Nationalgetränk der Iren, das Ale, das vom Geschmack her mehr mit Kaffe verwandt ist, als mit Bier, das wird gezapft, dann stellt es der Wirt auf die Seite, bis sich der Stickstoff entwichen ist, also 3-6 Minuten, dann füllt er das Glas noch ganz auf, wartet nochmals und erst dann bringt er es. Vom Zeitpunkt der Bestellung bis zur Ankunft beim Konsumenten verstreichen 10 Minuten, selbst wenn das Pub leer ist... Das nenne ich Entschleinigung, und "so wie das Bier, so das Land." (Adaptierter Spruch von Jever)
Weitere Beweise trete ich noch an!