Freitag, 29. November 2013

Das Zimmer 4

29. November Das Geheimnis hinter dem "Zimmer 4"

Es hat jetzt etwas gedauert, weil Inara dem Rat ihrer Mutter gefolgt ist und nicht zur Schweizer Party in unser Haus gekommen ist... Aber ich habe sie heute wieder gesehen im Unterricht und die Geschichte um das Zimmer 4 in unserem Haus hat sie mir so erzählt: Die Freundin ihrer Mutter hat recherchiert, was in unserem Haus passiert ist, weil ihrer Tochter, also die von der Freundin von der Mutter, sehr mysteriöse und dunkle Sachen passiert sind. Dem Mädchen ging es nach dem Aufenthalt hier in unserem Haus anfänglich einfach schlecht, aber dann wurde es immer schlimmer, sie fing an Stimmen zu hören, wurde manisch depressiv und wurde das Opfer mehrerer Gewalttaten und wurde fast besessen. Auf jedem Foto, das von dem Mädchen seither gemacht wurde sieht man einen dunklen Schatten, wie der Umriss eines Dämons hinter ihr... Es war also wie ein Fluch. Die Mutter recherchierte darum, was es mit dem Haus auf sich hatte und fand heraus, dass alles begann, als die 5 Bewohner zum Spass Tischchen rückten, also einen Dämon einluden, sich mit ihnen zu unterhalten. Danach, so erzählt man sich, hörte man Stimmen der Bewohneraus dem Zimmer 4, die bettelten: "Bitte, bitte, ich will mich nicht töten!" Aber da war es schon zu spät. Sie haben sich alle umgebracht. ... Wow und wer jetzt glaubt, dass ich das alles erfunden habe, der täuscht sich. Das entspricht alles leider der Wahrheit...  

28. November !!!!Breaking News!!!! Vorankündigung - Teaser

Wir wissen jetzt warum es spukt bei uns: Im Zimmer 4 haben sich 5 Menschen das Leben genommen... Wie genau das alles ablief, werde ich heute Abend erfahren, da haben wir nämlich eine kleine Schweizer Party angesetzt und eines der Mädchen, Inara, hat das ihrer Mutter erzählt, dass sie auch eine der wenigen ist, die heute eingeladen ist. Die Mutter fragte nach, wo es denn sei und nachdem Inara die Adresse gesagt hat, riet ihre Mutter ab, uns zu besuchen, weil... Fortsetzung folgt!
Die Einladung, die die Aufklärung ins Rollen gebracht hat...

21.November Geisterhand

Ich höre schon längerer Zeit ein Kratzen bei mir im Zimmer und dachte natürlich immer an Mäuse oder Ratten. Aber heute war es sehr komisch: Der Wecker klinget, ich stelle ihn ab und lege mich noch kurz zurück aufs Bett und da höre ich es wieder, das Kratzen. Sehr deutlich. Ich dachte, das muss jetzt aber eine grosse Ratte sein... da es noch dunkel war, nahm ich mein Handy als Leuchte und konnte nichts erkennen. Als ich dann aber das Licht anschaltete und das Zimmer durchsuchte fiel mir etwas auf: Der Teppich vor meinem Lavabo war gute 15 cm näher zum Lavabo gerutscht. Woher ich das weiss: ich habe genau diesen Teppich vor 10 Tagen zurückgezogen, weil es blöd ist, wenn seine Ecken nach unten hängen wenn er zu nah am Kasten ist. Und jetzt kommt's, wenn man den Teppich langsam zieht, dann macht er genau das Geräusch, von dem ich dachte, dass es ein Kratzen ist...
Das hatte ich vor 10 Tagen noch nicht...

20. November Sie ist wieder da...

... es war vorgestern. Kim und ich sind in der Küche, sie sitzt am Tisch mit dem Laptop und ich habe gerade etwas in Abfallsack geworfen als plötzlich... der Dampfabzug aus dem Nichts heraus startet...
Beide sahen wir uns an, nickten und sagten fast synchron: "Zimmer 4"... Sie ist wieder da.

14. November "The Lady of the Lake II"

Die Geschichte geht weiter: Die Dame mit Namen: Beezie Clerkin starb noch gar nicht als der Rauch im Kamin ausblieb, sondern die Leute in Sligo machten sich Sorgen was nach dem grossen Sturm passiert sei und haben keinen Rauch mehr gesehen, dann sind sie losgezogen und haben es mit Stricken und Booten über den halbgefrorenen See bis zur Lady geschafft. Der Hund und ihre Katze waren bereits tot und sie konnte noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Trotzdem zog sie nach dem Vorfall wieder zurück auf die Insel und lebte noch zwei Jahre dort, von wo aus sie immer 6 Meilen rudern musste um in die Stadt zu kommen. Das nenne ich mal naturlieb! Und die Härte: Die Insel liegt genau vor St. Angelas, meinem College:
The Lady of the Lake 1948

Jeden Tag sehe ich die Insel vor St. Angelas...



13. November "The Lady of the Lake"
Heute hat mir Michael, unser Mitbewohner, von der Lady vom See erzählt. Die Dame habe scheinbar nach dem Tod ihres Mannes mehrere Jahre alleine auf der Insel des Logh Gill gewohnt, wo auch eine Klosteranwesen stand.  Die Insel ist aber nur einige 100-Quadratmeter gross. Als man nach 15 Jahren, nach dem Tod ihres Mannes, keinen Rauch mehr aus dem Schornstein kommen sah, wussten die Leute, dass sie tot war. So will es die Legende... Die Insel seh ich übrigens fast jeden Tag hier...
Weitere Recherchen wie die Frau mit dem Zimmer 4 zusammenhängen könnte, folgen natürlich noch...
Lough Gill

Lough Gill mit College

6. November Lange war es ruhig um das Zimmer 4. Zu lange. Wie die Iren sagen, ist der Winter gekommen (also gleichviel Regen wie im Herbst, einfach dass es weniger lang grau ist, weil die Tage kürzer sind) und die Kälte auch. Irgendwie wird unser Haus nicht warm... Vielleicht saugt ja das Zimmer 4 die ganze Wärme auf... Ich muss mal David fragen, mal gucken, ob er mit mir redet...

18. Oktober: Kim hat heute Nacht wieder das Kratzen gehört. Diesmal lauter als sonst immer. Vielleicht hat es damit zu tun, dass bald Halloween ist... ein alter heidnischer Brauch, bei dem es um die Vertreibung der bösen Geister ging? Na ja, wir werden es ja sehen...

16. Oktober: Lange war es still im Zimmer 4. Gut, wir waren auch lange nicht da, vielleicht deshalb. Aber als wir von dem Wochenend-Ausflug zurückkamen, hatten wir einen neuen Mitbewohner. David: durchtrainiert mit Adonis-Körper mit Photoshop-Retusche in echt. Aber: Er redet nix, zumindest nicht mehr als 3 Worte. Also, ein surrealer Körperbau und will nicht reden, das heisst, er muss ein Medium sein. Er kam sicherlich nicht per Zufall zu uns, aber das werde ich noch herausfinden. Wenn ich ihn zum sprechen gebracht habe, dann kann er uns vom Zimmer 4 erzählen. Er muss ja wissen, er ist ja nicht von dieser Welt... 

7. Oktober: Das Duschen heute nach dem Training war echt gruselig: Ich bin da wie im Film "Psycho" am Duschen in meiner Badewannen-Duschvorhang-Kombi-Dusche, als ich ganz deutlich im Badezimmer eine Stimme hörte, eine weibliche, die ich aber nicht verstehen konnte, es klang wie gälisch. Ich habe den Vorhang vorsichtig zur Seite geschoben, aber es war niemand da. Ich habe versucht normal weiter zu duschen, was mir etwas schwer fiel... Aber es ging.  

6. Oktober: Auf der Cachertour dieses Haus entdeckt... Irgendwie sieht das schon gespenstisch aus... so mit dem Sofa, auf dem Pflanzen wachsen und dem trostlosen Haus im Hintergrund... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jemand die Kette bis zum Sofa weggenommen hat, oder aber dass der Bewohner immer noch an der Kette ist und aus dem Fenster schaut und um Hilfe rufen will, das aber nicht kann, weil ihm die Zunge fehlt?... 

Outdoor Living Room...

2. Oktober Ich habe wieder etwas herausgefunden, was mit dem Zimmer 4 zu tun haben könnte: Ich kann mich selber nur noch schwach erinnern, aber es war im August. Also nicht der diesjährige, sondern der von 1588. Damals, als die unbesiegbare, katholische Armada von der protestantischen Flotte der Engländer geschlagen wurde, trieben die spanischen Schiffe, teilweise den Gewalten des Atlantik ausgeliefert an der irischen Insel vorbei. Spanier, die sich von den sinkenden Schiffen retten konnten, also, die, die nicht in der Schlacht gefallen sind, die, die nicht ertrunken sind, die haben es an die Küste Irlands geschafft. Das erste was man als gestrandeter Katholik im Feindesland tut, ist Unterschlupf suchen in einer katholischen Kirche... nur, dass die Kirchen dann eben nicht immer katholisch waren... Die Legende will es so, dass alle Überlebenden in den Kirchen dann aufgehängt wurden. Eine dieser Kirchen steht ganz in der Nähe von unserer WG...
...ja genau, diese Seeschlacht wollte ich mal verfilmen... (8.August 1588 im Ärmelkanal)

30. September Gestern ist etwas passiert, das hier unbedingt erwähnt werden sollte: Das Zimmer 4 ist ja nach wie vor verschlossen, aber wie kann es dann passieren, dass Kim, so hat sie es mir erzählt, beim Abwaschen ganz alleine (Ich wasche übrigens auch ab, nicht nur sie), plötzlich von hinten an der Schulter berührt wird? Ich war oben, die anderen beiden Mitbewohner waren ausserhalb... sie dreht sich um und ausser einem kalten Hauch, der ihr das Schaudern bis in das Knochenmark treibt sieht sie nichts. Na ich weiss ja nicht, da stimme ich doch fast mit Guido's Kommentar überein: Vielleicht ist das was ich als real empfinde der Traum und sollte aufwachen. Aber warum finde dann etwas später direkt vor unserem Haus auf der Strasse ein violettes Barbie Puppen Kleid? 


25. September Heute Nacht habe ich vom Zimmer 4 geträumt. Ein komischer Traum: In dieser komischen Welt des Traums kam Maura, die Vermieterin, und sagte uns, dass jemand ins Zimmer 4 einziehe. Das brauche sie immer für Durchreisende. Da ist mir im Traum ein Stein vom Herzen gefallen... bis ich dann feststellen musste, dass die Reisenden zwar einziehen im Zimmer 4, aber nie mehr ausziehen... 

24. September Die lange Ruhe um das Zimmer 4 sei mir verziehen, da ich einiges recherchieren wollte. Ich fand Seltsames heraus, was zum Verständnis vom "Zimmer 4" helfen könnte. Ich fand heraus, dass man in der Zeit, bevor es motorangetriebene Boote gab, man ein ganz anderes Verständnis vom Meer hatte. Das Meer fordert seinen Tribut, den man ihm nicht verwehren darf, das heisst, dass man einem Ertrinkenden nicht helfen durfte, da man das Meer-Opfer dem Meer gestohlen hätte und man ja froh sein konnte, wenn man selber nicht betroffen war. Wenn man es trotzdem machte, dann brachte das Unglück und Tod über die eigene Familie. Na ja, vielleicht hat die Seele im Zimmer 4 jemanden geholfen? Oder vielleicht auch nicht geholfen und darum... ach ich recherchiere weiter!

18. September Wir haben einen neuen Mitbewohner. Er ist in das Zimmer 5 eingezogen. Noch gibt es da nichts paranormales zu berichten, ausser dass er ein Auto hat. Komme was da wolle, ich muss wissen, wo er seine Schlüssel versteckt...

16. September Unglaublich, die ganze Nacht lang hat die Tür zum Zimmer 4 gewackelt und gerüttelt! Schön langsam fange ich selber an zu glauben, was ich schreibe...

15. September Ich habe es tunlichst unterlassen, am Freitag den 13. einen Blogeintrag zu schreiben. Ich merke, ich werde immer mehr abergläubisch... öffnet das die Tür in eine andere Welt? Heute habe ich in der Nacht ein sehr merkwürdiges Geräusch gehört. Es klang, als ob man Zement gegen eine Wand schleudert. Das war meine Aussenwand. Und es ging mehrere Minuten. Genauso merkwürdig war der Fakt, dass die Tür des Zimmer 4 heute, ohne dass nur das geringste Lüftchen gegangen wäre, sich stark bewegte... Ich habe mir jetzt ein Buch gekauft über Sagen und Legenden in Irland und Sligo, mal gucken ob ich fündig werde. Übrigens, wir bekommen einen neuen Mitbewohner, der ins Zimmer 5 einziehen wird...

12. September Heute habe ich wie jeden morgen geduscht, mich frisch gemacht und natürlich mein "Lynx" Deo gebraucht. (Axe heisst in Irland Lynx) Nichts ahnend sagt dann Kim zu mir, als ich in der Küche beim Essen sitze: "Jetzt riechst du genauso wie ein Kollege von mir, der fast umgebracht worden wäre". Ob die Geschehnisse im Zimmer 4 Einfluss auf uns haben? Auf alle Fälle war ich danach richtig wach! 

11. September Bei unserer Recherche über Sligos Vergangenheit sind wir auf ein spannendes Detail gestossen: Auf der Insel mit dem Namen Inishmurray - Inis Muirìgh, die kurz vor Sligo im Nord Atlantik liegt, gab es getrennte Friedhöfe für Männer und Frauen. Wenn man dies missachtet hat beim Beerdigen, so haben sich die Toten in der Nacht selber in ihre richtige Ruhestätte gelegt. Wir verfolgen diesen Hint weiter, ob er mit dem Zimmer 4 zusammenhängt...

Die Insel Inishmurray kurz vor Sligo (Diese Aufnahme ist noch nicht von mir)

10. September Heute habe ich in der früh viele kleine Fliegen entdeckt... an der Decke in der Küche, wo sonst nichts spannendes drüber ist, ausser das Zimmer 4...

9. September John ist wieder weg. Ich konnte dafür diese Nacht wieder schlafen, Kim scheinbar auch...

8. September Heute Nacht habe ich das Kratzen gehört, es war wieder 4 Uhr. Ich bin davon aufgewacht und habe sehr lange still den Geräuschen gelauscht. Vielleicht hat es ja was zu bedeuten, vielleicht will uns die Art und Weise des Kratzens ja was sagen... Wie Kim mir schon erzählt hat: Es klang wie wenn Fingernägel, menschliche, erschöpft über Bretter kratzen. Ich verstand nicht, warum sich das Ladekabel meines Laptops dabei auch bewegte. Ich konnte das gut erkennen, ohne Licht machen zu müssen, denn die Strassenlaterne der N4 in Sligo warf ihren Schein durch den Spalt in meinem viel zu schweren Vorhang...Nach einer Stunde habe ich die Sinnsuche aufgegeben und bin wieder eingeschlafen.

7. September Abgesehen von den üblichen Erscheinungen in unserem Haus, ist heute John wieder aufgetaucht. Wir hatten auch Besuch von einer neuen WG Interessierten... Kim und ich waren uns einig: Diese Französin gehört definitiv ins Zimmer 4... wenn man das Zimmer öffnen könnte...

6. September Kim hört immer noch das Kratzen über ihr. Heute ist uns aufgefallen, dass John, der Mitbewohner, der uns von dem plötzlichen Verschwinden der Mädchen erzählt, hat, selber jetzt auch nicht mehr da ist. Man könnte sagen, auch er ist spurlos verschwunden. Wir haben ihn das letzte Mal vor 4 Tagen gesehen. Auf seinem Zimmer ist es auch ruhig. Wir warten noch ein paar Tage, bevor wir da etwas unternehmen.

5. September Heute in der früh festgestellt, dass es auch ganze Häuser gibt, die genau so sind, wie unser Zimmer 4:

Ähm... entweder schützt man das Haus vor Eindringlingen, oder....

4. September Heute Nacht genau um 4.00 (!) Uhr hörte Kim ein schauderhaftes Kratzen über ihr im Zimmer, ... genauer: im Zimmer 4! Es klang wie wenn mit letzter Kraft ein Ausweg zu erkratzen versucht worden wäre... Kim hat sich Kopfhörer ins Ohr gesteckt und schlief den Schlaf der Gerechten. Wird das aber genügen in Zukunft? Bei uns im Hinterhof haben wir noch eine Spur gefunden:


Nach meiner Recherche, wird das Fahrrad schon seit über 13 Jahren nicht mehr hergestellt...
Vermutlich hat das Fahrrad etwas mit der Bewohnerin des Zimmer 4 zu tun...



Ui, wie im Blog schon gemunkelt wird, hat das Zimmer 4 mit Untoten oder Ganztoten zu tun... Haben heute auf der Aussenfassade unserer WG noch ein zugemauertes Fenster gefunden... mir schauderst...
eingemauert...
und selbst das Statellitenschüssel-Kabel wurde einfach abgerissen...

Fernsehlos für die Ewigkeit...




...wir haben von John, unserem Mitbewohner gehört, dass die letzten zwei WG Bewohner völlig überstürzt ausgezogen sind... und dann haben wir heute ein Zimmer entdeckt, das verschlossen ist und von niemanden gemietet werden kann, das Zimmer 4... wir werden der Sache auf den Grund gehen!

Das Zimmer 4...


Mittwoch, 27. November 2013

Die Ontologie Irlands

27. November: Verkehrter Verkehr
Öfters schon habe ich erwähnt, dass hier in Irland manches anders läuft als in der lieben Schweiz. Aber diese zwei Autosimulator-Automaten im Kino-Entrée haben mich schon noch beeindruckt... früh übt sich also:
Wer selber schon mal mit dem Auto gefahren ist, weiss was ich meine :-)


19. November: Die Iren und der Alkohol
Ein Sprichwort sagt: Gott hat den Alkohol erfinden lassen, damit die Iren nicht die Welt regieren... tatsächlich scheint die Bewusstseinsveränderung mit Hilfe von Volumenprozenten doch häufiger aufzutreten als in der Schweiz. Wer mir nicht glaubt und denkt, glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast, dann der Beweis: Auf der Rückseite einer 0,5 Liter Cider-Dose - die ich natürlich nur aus wissenschaftlicher Neugier gekauft habe - (Cider ist ein vergorener Apfelsaft mit in diesem Fall 6% Vol) steht weiss auf schwarz: Das Gesundheitsamt empfiehlt den Konsum von 3-4 Dosen für Männer und 2-3 Dosen für Frauen pro Tag nicht zu überschreiten... Hmmm... also wenn ich 2 Liter eines 6%igen Gesöffs täglich zu mir führe, dann lebe ich nach wie vor gesund und bin kein Alkoholiker... Na ja, ob ein Land Probleme mit Alkohol hat, ist wirklich eine Frage der Grenzwerte... aber eins ist klar: Irland hat kein Problem mit Alkohol, sondern höchstwahrscheinlich ohne :-)

Cider... bevorzugtes Frauengetränk...


15. November: Zeit ist relativ...
...zumindest sicherlich hier in Irland. Ich dachte, dass das, was ich hier in meiner WG vorgefunden habe eine Ausnahmeerscheinung ist, aber ich wurde im College eines anderen belehrt. Duschen aus dem Automaten ist in Irland so üblich, weil die Iren keine Ölheizung haben, ausser im Winter. Darum haben sie zum Abwaschen und Duschen eigen kreative Lösungen gefunden! Dieser hier abgebildete Duschautomat erhält normales Wasser und versucht es in der gewünschten Zeit zu erhitzen... das mit dem Erhitzen klappt sehr gut, das mit der Zeit nicht. Wenn man duschen geht, dann braucht es im Vergleich zu Schweizer Duschen ca. 38 Mal solange (gefühlt), bis der ganze Körper mit Wasser benetzt ist und das ohne die Berücksichtigung, dass ich an Körpervolumen verloren habe, aufgrund der sportlichen Aktivitäten hier in Irland. Der Wasserstrom aus der Dusch erinnert mehr an 3 zusammengeklebte Pipetten, die man nur mit einem Finger drückt.... na ja, man kann halt nicht alles haben, ich bin froh, haben wir überhaupt fliessend Wasser in angenehmer Temperatur!






11. November: Briefkasten

Jeder weiss es, Brief heisst Letter auf englisch. Warum die Iren das mit "i" schreiben, weiss ich echt nicht. Na, macht nix, die haben da viele so runde Briefkästen rumstehen. Ich frage mich einfach, warum mir niemand auf meine vielen Briefe und Postkarten antwortet, die ich bis jetzt geschrieben habe...:
Das lernt man doch in der Schule: Letter schreibt man mit "e" und nicht mit "i"


8. November: Schlangestehen
Gestern, ich beim Bankomaten, Geld abheben. Drei Meter rechts von mir, ein zweiter Bankomat, leer. Drei Iren kommen, stellen sich hinter mich, brav in eine Reihe. Rechter Bakomat immer noch leer. Ungefähr so läuft das immer wieder, der Ire steht echt gerne Schlange, ich glaube sogar, dass Zwei von den Dreien hinter mir gar kein Geld abheben wollten, sondern, als sie die Schlange hinter dem Bankomaten erblickten, stellten sie sich auch einfach an. Das gehört zur irischen Anständigkeit, dass man sich hinten anstellt... auch wenn man gar nichts will und auch wenn es gleich nebenan einen freien Bankomaten gibt... Und das Beste: Als ich mich umgedreht hatte und die Schlange hinter mir erblickte, ging mir all das durch den Kopf, dabei muss ich wohl verdattert ausgesehen haben, weil wie aus der Pistole geschossen einer der brav Wartenden zu mir sagt: "Sorry"...
Na ja, man lernt nie aus...



25. Oktober: Pommes und...

Also, ich habe ja gehört, dass die Iren ihre Kartoffeln lieben. Ich dachte damals noch, na ja, auch der Schweizer hat oft Kartoffeln in verschiedenen Variationen... das dachte ich noch unlängst. Aber da wusste ich noch nicht, dass die Iren eigentlich alles mit Pommes essen, also wirklich alles! Chips (Pommes auf Irisch) gibt es zu allem was man sich vorstellen kann, aber nicht vorstellen will! Chinesisch Poulet süss-sauer mit Reis? Ohne Chips geht das nicht! Spaghetti Carbonara? Nur mit Chips! Aber am Besten sind pure Irische Pommes mit Currysauce (ja, auf den Pommes) mit Parmesan drüber... damit mir irgendjemand Glauben schenkt, hier die Bilder:


Aus der College Kantine, Pasta mit Pommes

Auch aus der College Kantine, Polenta mit zerdrückten Pommes

Irisches Frühstück, mit Pommes...

Weiss nicht mehr was es war...

Da gehören Pommes hin :-)

Das war ... auf alles Fälle mit Pommes

Man beachte die Sauce auf den Pommes

Hier nochmals in gross, es gehört Currysauce auf die Pommes!






18. Oktober: Das Ding mit dem Sorry..
Also ich muss mich entschuldigen dass ich das jetzt schreibe... so oder so ähnlich würden meine Blogs aussehen, wenn ich ein echter Ire wäre... die Iren entschuldigen sich echt für alles! Also so ziemlich genau das Gegenteil von einem Klischee-Stadt-Zürcher-Muffel, der seine Existenzberechtigung mit der Selbstverständlickeit seiner Dominanz gleichsetzt.  Einige Beispiele: Der Ire, der dir die Türe aufhält entschuldigt sich bei dir, weil du einen schnelleren Schritt machen musstest, weil er sonst zu lange hätte die Türe aufhalten müssen. Oder auf der Strasse entschuldigt sich der grün-Insulaner dafür, dass du um 16,324 Zentimeter (halber Fuss oder so) deine geplante Route verlassen musstest, damit du nicht den eh schon am Rand Laufenden niedergemäht hättest... Aber mein absoluter Favorit, Achtung: (Ich bitte jetzt alle fleissigen Studenten und Schüler hier das Lesen zu beenden, das gilt vor allem für meine Kinder!!!) Heute im Strickunterricht (eigentlich Textile Studies) bei einer ellenlangen theoretischen Erklärung über den tiefen Zusammenhang der Farbwahl der Fäden und den damit verbundenen Risiko nicht die richtige kontrastierende Wirkung auf.... und da plötzlich, bin ich eingeschlafen! Völlig unerwartet.  Die Dozentin hat mich auf nette Weise nach meinen Zweisekundenschlaf lächelnd geweckt. Als ich dann als schon fast assimilierter Ire meinen Gang nach Kanossa antrat, sprich mich bei der Dozentin entschuldigen wollte, da stiess ich auf keine Mauer, nein, auf einen Spiegel! Die Dozentin hat meine Entschuldigung nicht angenommen, sondern sich vollen Ernstes bei mir entschuldigt, dass sie einen so langweiligen Unterricht gehalten hat! Sie versprach mir dann auch, dass der nächste Textile-Design Unterricht spannender wird. Da musste ich wohl die Entschuldigung annehmen... *auchsolchedozenteninderschweizhabenwill


16. Oktober: Die Zeit ist relativ, das wissen wir seit ein Stein auf den anderen fiel. Hier in Irland fallen tatsächlich viele Steine aufeinander (siehe Blog mit Cliffs of Moher) und Zeit scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen, sicherlich dann wenn es um Pünktlichkeit geht. Aber, genauso wie ein Guiness Zeit braucht, damit es seinen Stickstoff verliert und so an Geschmack gewinnt, so braucht es auch für die Sprache Zeit, denn Entschleunigung ist Fortschritt. Hier das Beispiel: "WC Herren" heisst auf Irisch: "Leithreas na bhFear"... da fühle ich mich echt nicht angesprochen...





10. Oktober: Ja, als deutsch-sprechender Ausländer sollte man nicht versuchen alles zu übersetzen, was einem an englischer Sprache begegnet, denn dann macht es keinen Sinn. Also in dem Land, in dem ja die Irish-Pubs erfunden wurden, also Irland, machen die Pubs ja Werbung für Live-Fernsehen... wenn man aber so nichtsahnend, diesen Aspekt vergessend am Pub vorbeilauft und "Live here" liest, übersetzt man es mit der Aufforderung: "Lebe hier!" Macht auf den ersten Blick keinen Sinn aber wenn ich drüber nachdenke, glaube ich schon, das es einige Iren gibt, die am liebsten in Pubs leben würden, oder dies schon sogar tun...

26. September: Wer schon in Irland war, weiss was der 26. September für ein Tag ist: Arthur's Day! Die lange Tradition des Arthur's Day (sie ist jetzt schon sieben Jahre alt) geht zurück auf den vermeintlichen Geburtstag von Arthur Guiness, der ja seinerseits das Guiness erfunden und vermarktet hat. Dieser frei von kommerziellen Interessen stehende Event dient der irischen Bevölkerung sich zu besinnen auf die vielen Pints, die konsumiert wurden, ohne des Erfinders zu gedenken. So ist der Trinkspruch in den Pubs: "To Arthur" und die Pubs schenken nur Guiness und evtl. noch ein anderes Bier aus, alle anderen Zapfhähne werden mit einem schwarzen Sack verdeckt... (siehe Bild). Und weil jeder weiss, dass man 14 bis 18 Guiness trinken muss (Aussage von echten Iren), bis einem das Zeug schmeckt, gilt am Arthur's Day: Ein Pint Guiness kostet nur 3 Euro statt 4 Euro... da kann ich nur eines sagen: "To Arthur!"



18. September: Um das Wesen der Iren besser verstehen zu können, habe ich heute die Unterrichtsstunden, die zum Einschlafen motiviert haben benutzt um dem Irischen Verkehr auf den Grund zu gehen: Wie jeder weiss, fahren die Iren auf der falschen Seite, also links. Darum habe ich jetzt angefangen mit links zu Schreiben, damit ich etwas näher an den Sinn der anderen Seite komme... ehrlich gesagt: da gibt es keinen Sinn....

15. September: Nach 2 Woche Irland stelle ich eine Hypothese auf, die zu verifizieren meine Aufgabe sein wird, innert der nächsten 3 Monate: "Irland ist die entschleunigte Hektik der Gegenwart." Das heisst, alles geht hier schneller, wenn man sich dafür Zeit nimmt. Zu den empirischen Beweisen:
Beispiel 1: Guiness: Das Nationalgetränk der Iren, das Ale, das vom Geschmack her mehr mit Kaffe verwandt ist, als mit Bier, das wird gezapft, dann stellt es der Wirt auf die Seite, bis sich der Stickstoff entwichen ist, also 3-6 Minuten, dann füllt er das Glas noch ganz auf, wartet nochmals und erst dann bringt er es. Vom Zeitpunkt der Bestellung bis zur Ankunft beim Konsumenten verstreichen 10 Minuten, selbst wenn das Pub leer ist... Das nenne ich Entschleinigung, und "so wie das Bier, so das Land." (Adaptierter Spruch von Jever)
Weitere Beweise trete ich noch an!

Dienstag, 26. November 2013

Countdown

26. November: Reverse Adventskalender
Also mein Vater hat immer gesagt: "Dumm kann man ja sein, aber zu helfen wissen muss man sich!"
Na, diese Worte im Sinn habe ich mir einen Adventskalender gekauft und vor 5 Tagen angefangen die Türchen zu öffnen, einfach rückwärts... ich habe bei 24 angefangen als es noch 24 Tage bis zur Heimreise waren... Heute habe ich Türchen "19" geöffnet... und es war schon wieder Mars-Schokolade drin... vielleicht hängt das mit dem Schriftzug oben in der Mitte zusammen, den ich nicht mehr lesen kann, weilt da das Türchen 24 war...
Reverse Adventskalender

6. Oktober: Ein Drittel ist erreicht!

21. September: Kurz in eigener Sache: rechts neben den Posts seht ihr eine Uhr, das ist der Countdown, bis ich wieder zu Hause bin :-)

Montag, 25. November 2013

Ultimatives

25. November - A long way to Tipperary
Oh, dieses Wochenende waren wir bei Katie Carr, sie hat uns eingeladen und im Hause ihrer Eltern habe wir dem fröhlichen irischen Dasein gefrönt! Es war herrlich und wie es sich gehört, ging die ganze Familie inklusive dem 16-jährigen Killian am Sonntag in die Kirche, natürlich katholisch! Für Kim und mich war es toll einen Einblick in das Familienleben in Irland zu bekommen. Ausser dass die Iren eine komische Aussprache haben, unterscheiden sie sich nicht so arg von Herr und Frau Schweizer: Bruder plagt Schwester, Schwester beschwert sich bei Papa, Papa rügt Sohn, der sich vor der Mama verteidigt, dass seine Schwester angefangen hat.... :-) Family, what else, echt herrlich. Katie hat uns die schönsten Orte in Tipperary gezeigt, siehe Fotos. Ein Highlight noch: Wir haben das Dorf besucht, in dem die Ur-Ur-Ur Grosseltern von Obama herkommen; ja Obama wie in Obama der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und genau dieses Dorf hat der liebe Präsi auch besucht und in dem Pub, in dem auch Obama ein Guiness getrunken hat, habe ich auch ein Guiness getrunken :-) Jetzt werde ich wohl den Barak dutzen dürfen, wenn ich ihn sehe :-)
Hinter mir das Bild von Barak, wie er auch gerade ein Guiness trinkt... Das Dutzen steht mir jetzt zu...


Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel

Rock of Cashel
Rock of Cashel

Holy Cross Abbey

Holy Cross Abbey


Montag, 18. November 2013

Belfast - ein echt überirisches Wochenende

Das Wochenende waren wir in Belfast in Nordirland. Da man im Volksmund gerne sagt, Nordirland liegt über Irland oben, könnte man sagen, dass wir ein ein überirisches (take this Auto-Corrector) Wochenende hatten. Kim und ich haben uns mit Jonas und Marina getroffen, die mit uns in der Schweiz an der PH studieren. Marina hatte die Rolle der Gastgeberin und die hat sie mit Bravour gespielt. Belfast... das war für mich wie wenn ich ein einem Luhrman Film wäre: Die Capulets sind von den Montagues immer noch durch eine Mauer getrennt und die Melancholie der latent gewaltbereiten Situation wird eben leider nicht durch die Romantik zweier sich Liebender durchbrochen... kein Romeo und keine Julia aber überall Wandgemälde und Graffiti, die die andere Familie als die böse aussehen lässt. Märtyrer-Verehrung für einen Krieg, den zu kämpfen es sich immer noch nicht lohnt. Die Bilder sind mit ihrer Kindlichkeit vielleicht auch ein Ausdruck dieser für Aussenstehende unverständliche vor-erwachsene Vergeltungskultur. In dem Bürgerkrieg, der momentan "ruhig" ist, starben insgesamt 4000 Menschen seit den 60ern. Die Mauern stehen immer noch und die Tore zwischen protestantischen und katholischen Viertel sind immer noch im Betrieb so dass wir gestern nach unserer Black-Taxi Tour, auf der wir all diese Orte gezeigt bekommen haben, nicht mehr am geplanten Check Point durchkonnten. Ob es ein Bombenalarm war, oder ob es wegen der Demonstration für die IRA war, das konnte uns der Taxifahrer nicht sagen... ich will es auch gar nicht wissen...
Ankunft am Samstag... 

Schutzbedürfnis das sich in Holzwänden ausdrückt...

ohne Worte...

Wohnquartiere (im katholischen Teil)...

Die Regierung lässt die Bilder bestehen, als Vergangenheitsbewältigung....

Auch wenn man die Iron Lady als Mörderin sucht...

...oder die Freiheit von Marian Price fordert.

Das Hauptquartier der Sinn Fein, der politische Arm der IRA. Übrigens die Betonklötze vor dem Gebäude sollte fahrende Autobomben Selbstmordattentäter abhalten. Der junge Mann auf der Wand ist der Märtyrer schlecht hin für die Sinn Fein, Bobby Sands....

Die Mauer steht noch mindestens bis 2023, als Prophylaxe...

Ein protestantischer Gedenkplatz...



In diesem naiven Stil sind die meisten Bilder gemalt...


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Irland 2013 - Belfast, ein Album auf Flickr.
Die Hochauflösenden Bilder...